Auf braunem Boden … München und Bayern nach den Revolutionen 1918

Regensburger-AdlerEin halbes Jahrhundert hatten sich unter der morschen Monarchie und ihrem Geld- und Militär-Adel schon die Ideen der Gleichheit der Menschen,  des Sozialismus und des Anarchismus ausgebreitet. Verfolgt von Polizeispitzeln, die bis heute Zutritt zu allen politischen Veranstaltungen haben müssen, versuchten sich Menschen in Gewerkschaften, Parteien, Berufsgruppen und Arbeiterchöre zu organisieren, mit den wenigen Vorbildern, die sie kannten: Familienkreise, Vereine, Vorsitzende und Präsidenten.

Gleichzeitig existierte noch die ganze königliche Verwaltung, kirchliche Organisation, auch der Schulaufsicht,

Aus den Berichten aus der russischen Revolution kam die Einrichtung von Sowjets, von Räten der Selbstorganisation, aber mit mangelndem Wissen zu deren Strukturen.

Die Räte in den Arbeiterkreisen, Gewerben und Soldatengruppen, bei Bauern und in Stadtteilen und Dörfern Bayern hatten wenig Zeit, eigene Strukturen aufzubauen, denn gleichzeitig war immer wieder Wahlkampf und die Auseinandersetzung zwischen SPD, USPD, Kommunisten und den bürgerlichen Mächten der Banken und Presse, des Unternehmertums, das die eigenen Ränke schmiedete, vor allem wohl mit der SPD-„Exil-Regierung“ in Bamberg und der SPD-Reichsregierung in Berlin.

Die Reaktion marschiert

Die Freikorps waren vom Krieg her den Einsatz gewöhnt, nun gegen den „Feind Im eigenen Land“: Eisner Portrait Gestecke 2015

Die Propaganda hatte mit Behauptungen wie „Die Kommunisten werden eure Mädchen und Frauen sozialisieren!“ die Bauernburschen im Werdenfelser Land mit Flugblättern aus Fliegern abgeworfen, allerlei Lügen verbreitet,

wiener platz gestaltenDie Freikorps hatten etliche Morde bei der Niederschlagung der Räterepublik außerhalb der Gefechte begangen, aber alle Verfahren wurden eingestellt, auch das gegen den verleumderischen Perlacher Pastor, der den neuen Mächtigen die „Sozialisten“ seiner Gemeinde meldete, die prompt in einen Keller beim Hofbräukeller gesperrt und dort erschossen wurden, am Wiener Platz erinnert eine verwitterte Tafel daran.

Ein ähnliches Schicksal fand eine Kolping-Theatergruppe auf dem Heimweg in der Nähe des Obelisken: Von Passanten denunziert, im heutigen Gebäude des Sparkassenverbandes am Karolinenplatz eingesperrt und erschossen. Bis heute ohne öffentliche Erinnerungstafel.

Die Richter verurteilten nur Revolutionäre, die „neuen Helden“ wurden wie die alten Mörder freigesprochen: Graf Arco, der Eisner-Mörder, hatte bis in die 70er Jahre das Mitgefühl der CSU.

So ging es 13 Jahre weiter, bis zu den Machtspielen des Gefreiten, und seinen 12 blutigen Jahren. Bank Fick & Co ist bis heute reich davon, den Führer unterstützt zu haben, wie die Familien Bruckmann, Hanfstaengl, … bisher nur leise ausgesprochen, in München. 70 Jahre war eine Erinnerung zu verhindern …

Bis heute sieht die CSU-Regierung und ihr Bayrischer Verfassungsschutz die Pasinger Villa der Nationalzeitung nicht als Ort des Extremismus, eher kommt jedes Jugendzentrum in Verdacht …

 

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