Depression als Krankheit der Verantwortlichkeit: Burn Out als Kante, Qualität der Veränderung?

Dass „burn out“ eine Form der Depression ist, spricht sich langsam herum, aber beides braucht erst noch tieferes Verständnis, damit wir damit umgehen lernen. Wer zu viel zu veratworten hatte, wer sich zu viel aufgeladen hatte, wer alles richtig machen wollte: Irgendwann ist es zu viel.

Lasten der Verantwortung
Wenn wir nur etwas Bewusstsein für die Lebensumstände in der Welt entwickelt haben und gleichzeitig erleben, dass Parteien und Politiker, Berichterstattung und öffentliche Bewertung darauf kaum Rücksicht nehmen, gar noch von „Gutmenschen“ sprechen, eine Nazi-entsprechende Distanzierung der selbsternannten „Realisten“, stehen wir schnell im Regen: De-Pression: Die Luft ist raus, bleibt weg.

Selber eingebrockt: Moralische Höhe
Die Massstäbe setzen wir – nach den eingelernten Prinzipien unserer Erziehung – irgendwann selbst. Dass da ein „gut machen wollen“ bis zum Kontrollzwang geraten kann, dass die eigene Überzeugung zur Mission geraten kann, dass jedes korrekte Handeln im Licht der kapitalistischen Verbrechen, auch der öffentlichen Politik von Bankenbetrug und Steuerhinterziehung lächerlich wird, haben wir nur zum Teil zu verantworten.

Über den Kopf gewachsen: Globale Technologie und Klima
Auch wenn wir in guten Arbeitsgemeinschaften wirken und ganze Kampagnen für die Freiheit, Solidarität und Zukunft stemmen: Gegen die internationalen Verbrechen von Kriegshetze, Religionswahn und Waffenhandel kommen wir nicht an, die müssen sich selbst zerlegen. Auch, wenn dabei noch viele Menschen leiden und sterben, wir müssen unsere eigene Fähigkeit, Reifung und Macht im Blick behalten.

Verantwortungs-Fatalismus: Unkontrollierbarkeit
Wir brauchen gute Partner im Umfeld, die unsere Entwicklung und Arbeit begleiten, damit wir nicht in den eigenen Verstrickungen enden und den Weg zur angenehmen und Passenden Verantwortung wiederfinden. Ob Freundschaft, Partnerschaft oder Familie das leisten kann, auch als kritisches Korrektiv, ist im Einzelfall zu klären und offen abzusprechen, ansonsten findet sich heutzutage leicht ein Coaching, als Gruppe oder im Beruf.

Aufgabe der Gestaltung unseres Schicksals
dabei kann es auch feine Fortbildungsmethoden geben, die als Hintergrund unsere Arbeit qualifizieren und uns auf längere Zeit mit neuen Methoden begleiten können. Wenige von uns sind so mit dem Internet aufgewachsen, dass wir locker damit arbeiten können, Sicherheit und Verantwortlichkeit sind bei gleichzeitigem Bewusstsein von Datenmißbrauch und Überwachung ein möglicher Einstieg.

Öffentlichkeit für die Zukunft neu denken
Burn out ist die öffentlichkeits-gängige Version der Depression, die wir auch aus anderen Zusammenhängen kennen: Zu DDR-Zeiten gab es noch unterscheidbare Versionen wie die ökologische Depression um Waldsterben etc. im Westen und die autoritäre Depression des lastenden SicherheitsWahn im Osten. Nun hat sich beides durchmengt, der Sicherheitswahn auf die ganze NATO ausgeweitet … für Rohstoffkriege.

Politische Psychologie
Wir brauchen eine gesellschaftliche Auseinandersetzung zu diesen Themen, dabei ist die bisherige Psychologie und Psychotherapie grade in einer Sackgasse mit den Krankheitsbildern, den Gutachten, der Verwahrungsjustiz und der verantwortungslosen Hierarchien in Polizei und Vollzug. Die bezahlte Presse hat dazu immer weniger Kapazität, das Internet noch wenig Qualitätskriterien und Kommunikation dazu.

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