Die mystische Überhöhung der Schuld des Führers und der Partei versuchte in den 50er Jahren, die Schuld an den Verbrechen auf ein paar Schultern zu verteilen, den Rest als unschuldige verführte Opfer hinzustellen.

Das war zu einem kleinen Teil auch berechtigt: Die hierarchischen Systeme des Schulsystems führten direkt in den Militarismus und die faschistischen Verbände, die für junge Leute (auch in ganz Europa) durchaus interressant wirkten:

Die enge Ordnung der monarchischen Zeiten war noch nicht wirklich überwunden, war durch eine schnell niedergeschlagene Revolution zwar beendet, aber nicht vorbei, die nationalen Sprüche wirkten in allen Ländern als Fronten gegen die anderen, die „uns“ jeweils übervorteilt und betrogen hatten.

Der etwas modernisierte Militarismus mit Einbeziehung der arbeitenden Frauen und hervorhebung eines  Arier- und Deutschtums gegenüber Fremden / Ostvölkern, dann auch Juden und Kriegsgefangenen wirkte auf alle Unruhigen, weckte die Skepsis der Alten.

Die Jungen glaubten den neuen Versprechungen, Häuschen, Volkswagen, Autobahnen, Arbeitsdienst, Fahrtenlieder, auch für Frauen … nur die bündische Jugend, die dies schon gehabt hatte, wurde verfolgt: Sie war zu eigenständig Denkend, wurde, wie die Geschwister Scholl, zur Gefahr der hierarchischen Gehorsamsstruktur.

Theologische Floskeln übernahm das 3. Reich wie Elemente der Motorensprache, der Erbstruktur und aktueller Wissenschaft: Erbfeind wie Erbschuld wie Versailles und jüdische Geschichte, Blut und Boden wie Rassenschande und Feindkontakt: Wehrkraftzersetzung.

Die Nachkriegszeit hatte mit den gleichen Worten zu kämpfen, ergänzte sie mit Persilschein und Wiedergutmachung, strich lieber die Reparationen und warf sich mit Freude im alten Reflex dem Bolschewismus entgegen: Antikommunismus machte uns mit den Westmächten wieder gleichwertig, es konnte weiter gehen: wir waren wieder (für etwas) gut.

Die Schuld war delegiert, die Weiterarbeit einschließlich Rüstung und Kriegsgeschäften konnte weiter gehen. Moral sperrte man wieder in die Kirchen, und einzelne friedenspolitische Entgleisungen von Bischöfinnen gleicht die Militärseelsorge locker aus: Nun segnet der Bundespräsident wieder Waffen die Verantwortung, bringen Grüne das Vernichtungslager in die Balkanpolitik: Verantwortung?

Klingt wie Moral, ist aber eine gottlos-politische Forderung von Bündnis-Partnern, die auch Folter-Gefängnisse und ferngesteuertes Morden als Verantwortung bezeichnen. Für eine wirkliche NACHKRIEGS-Moral wäre eine Kriegseinsicht nötig. Nicht Erbschuld-und UNschulds-Geschwätz, sondern echte Verantwortung, von Ausbeutung, Kolonien, Reichtum, Menschenrechten.

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