Gottesvergiftung – Die Reste der Erziehung

Sie geistern in den meisten von uns, und die kritische Frage ist: Was davon schadet, was davon kann ich grade zum guten Verwandeln, was kann ich schon „bedenkenlos“ genießen?  

Die Frage nach der Rolle des Gottesbildes aus dem Wirken zuerst der Eltern, dann der Erziehenden im Kindergarten, in der Kirche, Schule und Ausbildung, in der Justiz und Politik, und in den Selbst-Bildern, als Junge, als Mädchen, als Frau, als Mann, als Mutter, als Vater …

Tilman Moser hat mit seinem Buch Gottesvergiftung

1976 als Psychoanalytiker den Blick geschärft: Welches Gottes-Bild prägt deine Angst, dein Verhalten?

 

Theater-Werkstatt mit der katholischen Studierenden-Gemeinde in den 1980er Jahren: Die etwa 25  Teilnehmenden haben alle in ihrem Aufwachsen die familiäre Richtung zu einem kirchlichen Beruf bekommen: Einer war sogar eine Zeit lang Priester gewesen, viele sind dann doch am Kloster vorbei geschrammt, aber eine Kirchen-Bindung war geblieben.

In anderen Theater-Werkstätten hatte ich auch Teilnehmende erlebt, die so Kirchen-geschädigt waren, dass sie das Thema mieden, aber hier lag es im gemeinsamen Interesse.

Die biografischen Anteile wurden zu Szenen, die Szenen zu Abläufen der Bewältigung, auch in den Geschichten der Anderen, es entstand ein wunderbares Feld der Selbst-Verständigung im Austausch, und der gewesene Priester stellte uns die Wirkung des Buches von Tilman Moser in seinem Leben vor.

In vielen Familien war eine (vermeintliche) Schuld oder ein heimlicher Schwur im Hintergrund gewesen, die das Kind in die Kirche „opfern“ sollten, eine Bitte um Gesundheit und eine Dankes-Gabe.

Und wenn du nun als Dank an die Mutter-Gottes ins Kloster gehen oder Priester werden „durftest“, aber nicht bleibst – was kommt in deiner Familie?

Magische Ängste, wie die mittelalterlichen Befürchtungen, mit Sündern mit-gestraft zu werden, so bald man Mit-Wissend geworden ist: Denunziation zur eigenen Rettung, wie in der Angst des „3. Reiches“ wieder geweckt.

 

 

„EssS ISssST heute pietätlos, am höchsten Fastentag der katholischen Leidensfähigkeit, süssen Zeug zu posten, foodporn … und die bemühten Gottlosen, die in München das Tanzverbot für diesen Tag zu durchbrechen wagten, liebten Schokoladenfilme und Osterhasen-Genüsse der fürchterlichsten Art …

Als Karfreitag-Buße lege ich die Beschäftigung mit der Kirchengeschichte nahe, wie Michael Kardinal von Faulhaber die Wertschätzung des lustfeindlichen vegetarischen Führers in der bayrischen und deutschen Gläubigen-Herde verankern konnte:

Heilige Hierarchien und Staatskassen bauten ein schönes Konkordat als Schweige-Kombinat, das bis heute gilt und in die Kirchenkassen Geld spült, auch 1949 weitergeführt wurde. Als Dank stimmten die Kirchen für das Ende der Entnazifizierung 1950, seitdem hatten die Kirchen das Gedächtnis für Untaten verloren. Guten Genuß!

noch in Arbeit, aber Kommentare erwünscht …

 

Gottesvergiftung bei wikipedia beginnt mit: …  ist der Titel eines 1976 veröffentlichten Buches des Psychoanalytikers Tilmann Moser.

Es ist eine kritische persönliche Auseinandersetzung mit seiner Erfahrung von Religion als ekklesiogener Neurose.

2003 veröffentlichte Moser das Buch Von der Gottesvergiftung zu einem erträglichen Gott. Psychoanalytische Überlegungen zur Religion, in dem er seine scharfe Kritik aus Gottesvergiftung neu reflektierte.

Gottesvergiftung wird im Religionsunterricht an Schulen als Beispiel psychoanalytischer Religionskritik verwendet.

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