Le chiffon rouge

Geschichte :
1977 hatte der künstlerische Leiter der Stadt Le Havre den Chansonnier Michel Fugain wegen eines Beitrags zur Veranstaltung «Juin dans la rue, mois de la jeunesse» (Juni auf der Straße, Monat der Jugend) kontaktiert. Michel Fugain konzipierte daraufhin einen großen Aufmarsch,
bei dem jedes Viertel oder jede Gemeinde mit einem Lied und einer Farbe vertreten sein sollte. Rot symbolisierte die Benachteiligten. In Erinnerung an die nahezu komplette Zerstörung der Stadt im letzten Krieg lautete das Motto der Veranstaltung: « Ein Sommertag in einem Hafen (Le Havre) des Friedens ».

Bei dieser Gelegenheit entstand « Le chiffon rouge » (soviel wie „der rote Stofffetzen“ als Warnsignal).
Mit den ersten Massenentlassungen in der Eisen- und Stahlindustrie Ende der 1970er Jahre kam der Erfolg des Liedes. Zuerst in Longwy, als die Arbeiter der Firmengruppe Usinor es, nachdem die Vernichtung von 20.500 Arbeitsplätzen innerhalb von zwei Jahren angekündigt wurde, zur Hymne ihres freien Radiosenders machten, einem der ersten in der damaligen Zeit.
Dann bei Demonstrationen der Stahlarbeiter in Lothringen und Nordfrankreich, die 1978 von der CGT in Paris gegen Umstrukturierungspläne organisiert wurden.
Im Arbeitermilieu ist « Le chiffon rouge » heute fast so berühmt wie die « Internationale ».
© Le Hall de la chanson

Übersetzung

(1a)

Hefte dir ein Stück roten Stoff an die Brust [wörtlich: an dein Herz]
Eine Blume von blutroter Farbe
Wenn du wirklich willst, dass sich was verändert, dass sich was bewegt,
Dann steh auf, denn es ist Zeit.

(1b)

Gehen wir geradewegs auf das Licht zu
Die Faust erhoben und die Zähne zusammengebissen
Wir werden die ganze Welt wachrütteln
Und unsere Tage morgen werden singen.

Refrain:

Gefährte im Zorn, Gefährte im Kampf
Du, den man zum Schweigen brachte, der nicht zählte
Wirst sie endlich tragen können
Die rote Fahne [den roten Stofffetzen] der Freiheit
Denn die Welt wird so sein, wie du sie machst
Voll Liebe, Gerechtigkeit und Freude

(2a = 1a)

(2b)

Du kamst um vor Hunger in deinem Elend
Du verkauftest deine Arbeitskraft [Arme] für ein Stück Brot
Aber fürchte nichts mehr, der Tag bricht an
An dem sich gut leben lassen wird – morgen.

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