In der Sendlinger Kulturschmiede in der Daiserstr. 22 findet seit 16.1. und noch bis 24.2.2017 unsere Revolutionswerkstatt hoffentlich eure Mitarbeit, denn die Revolution beginnt ein Jahr später mit den reichsweiten Rüstungsarbeiter-Streiks auch in München:

Bring bitte ein paar Freunde mit, die von den demokratischen Ansätzen von damals in die Zukunft denken wollen …


Achtung: Termin-Änderung:

der Abend vom Di 21.2. mit den Mitarbeitenden des Kulturreferat der Landeshauptstadt München in der Revolutionswerkstatt:

Revolution und Räterepubliken in der Erinnerungskultur der Stadt München

muss auf den Do 23.2. verlegt werden!




Revolutionswerkstatt



 

In den Veranstaltungen der Revolutionswerkstatt könne sich Arbeitsgruppen finden, die eine Umsetzung in die Zukunft neu denken und planen.


zu meinem Wandervogel-Vortrag in der Revolutionswerkstatt

Monte Verita Gründergruppe

Monte Verita Gründergruppe

Vom Monte Verita über die Rätezeit zum Wandervogel ist die geschichtlich richtige Reihenfolge für den Abend am 18. Januar, das Material dazu steht auf www.gemeinschaftlich-forschen.wikispaces.com

In der Revolution am 7. November 1918 in München sind viele Personen beteiligt, die nicht nur sozialistische Ideen kultiviert hatten, poetisch wie Erich Mühsam in Schwabinger Lokalen und im Englischen Garten als Kohlrabi-Apostel wie Dieffenbach und seine Jünger, mit Vorträgen wie Rudolf Steiner und Tanzvorführungen wie von Rudolf Laban und Mary Wigman.

Aus grauer Städte Mauern … zieh’n wir durch Wald und Feld

Zur Jahrhundertwende um 1900 war eine kleine Bewegung angewachsen, die als Wandervogel zwar immer romantisch betrachtet, aber wenig in ihrer Wirkung vermittelt wurde.

Es gab damals traditionell immer schon „fahrendes Volk“, aber das war meist beruflich bedingt, als Händler und Handwerker, doch nun fuhren plötzlich die Jugendlichen los, trampten und wanderten, versuchten in den Sommermonaten das Leben in Wald und Feld, redeten von Demokratie und sangen andere Lieder, als sie in den Burschenschaften, den schlagenden Verbindungen der Studierenden neben Saufen bis zum Umfallen und Rauchen im Kreise der „Alten Herren“, die hier ihren Nachwuchs rekrutierten, üblich waren.

Nationales war ja erst im Wachsen, die vielen deutsch-sprachigen Länder waren noch nicht so lange im Kaiserreich vereint, monarchischer Schwulst prägte Gymnasien und Studium, wie Heinrich Mann sehr schön beschrieb: Der Untertan (wikipedia).

Die nationalen und die militaristischen Bewegungen: Adel, Burschenschaften & christliche Elemente, autoritäts- gläubig

Das studentische Leben begann schon in den Oberstufen der Gymnasien: Die Pauker wurden freundlicher, beinahe kollegial, je nach Typus lud er schon zum Saufen ein, und in den Kommers-Runden gab es die männlichen Runden von Rauchen und Saufen bis unter den Tisch:

Was sich keiner hätte leisten können, wurde von den alten Herren, den Unternehmern und Honoratioren ausgegeben. Bis in heutige Studentenverbindungen geht das weiter, und manche der Verbindungen locken mit billigen Zimmern in ihren ererbten Häusern, um jungen Zulauf zu rekrutieren, der sich in die Hierarchie einpassen mag: Füchse, die nicht nur die Schuhe putzen, um auch dabei sein zu dürfen …

Freies Denken, körperliche Bewegungen, jüdische Gruppen

Eine Gegenbewegung formiert sich aus den schlechten Erfahrungen: Alkoholfreiheit der Lagerfeuer-Runden und Nicht-Rauchen wurde so umstritten wie verehrende Homo-Erotik und Trennung von Frauen und Juden, die in den einzelnen Bünden immer wieder als Forderungen auftauchen.

Alle politischen Richtungen sind erst noch vertreten, aber die gesellschaftlichen Diskussionen finden hier ihre Spitzen der Auseinandersetzung, und so mancheR wechselt durch die Bünde, so weit das möglich ist:

Männer und Gemischt, Frauen und Projektgründungen, Ernährungsbewusst und Vegan, … bis hin zum Monte Verita in der Schweiz und den Projekten der Lebens-Reformer, Reform-Pädagogen und Reformhäuser.

Bisher noch nicht wirklich Thema in der Revolutionswerkstatt:

Psychoanalyse und Sexualreform

Zu jener Zeit gab es in Deutschland etwa achtzig Splittergruppen, die sich um Reformen im Bereich der Sexualität bemühten. Reich schlug vor, diese verstreuten Gruppen unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit in einem Dachverband zusammenzufassen, und gründete mit dem Segen der Deutschen Kommunistischen Partei den Deutschen Reichsverband für Proletarische Sexualpolitik.
Der Verband hatte bald 40000 Mitglieder, und Reich war viel unterwegs, half Kliniken gründen, sprach vor Jugendgruppen und leitete Diskussionen (Boadella 197^, S‘}). Der erste Kongress des Verbandes beschloss 1931 folgendes von Reich entworfenes Programm:
Erstens Verteilung von empfängnisverhütenden Mitteln an alle, die sonst keinen Zugang dazu hatten, und massive Propaganda für Geburtenregelung, um der Notwendigkeit von Abtreibungen entgegenzuwirken.
Zweitens völlige Aufhebung des bestehenden Abtreibungsverbots. Freie Abtreibung in öffentlichen Kliniken; finanzielle und medizinische Unterstützung für schwangere und stillende Frauen.
Drittens Beseitigung der rechtlichen Diskriminierung zwischen Verheirateten und Unverheirateten und Beseitigung des rechtlichen Begriffs des »Ehebruchs«; Freiheit zur Ehescheidung, Ausmerzung der Prostitution durch Umerziehung und durch Beseitigung ihrer ökonomischen und sexualökonomischen Ursachen.
Viertens Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten durch umfassende Sexualerziehung und vor allem durch Eindämmen der Promiskuität durch Forderung emotional und sexuell gesunder Beziehungen.
Fünftens Prävention von Neurosen und Sexualproblemen durch eine lebensbejahende Erziehung und die Einrichtung von therapeutischen Kliniken.
Sechstens die Ausbildung von Ärzten, Lehrern, Sozialarbeitern usw. in allen relevanten Angelegenheiten der Sexualhygiene und
siebtens Ersatz der Strafen für Sexualvergehen durch Behandlung.
Prävention von Sexualverbrechen durch verbesserte Erziehungsmethoden und verbesserte ökonomische Bedingungen. Den Schutz von Kindern und Heranwachsenden vor Verführung durch Erwachsene (a.a.O.).
Wilhelm-Reich-Gesellschaft zur Erforschung lebensenergetischer Prozesse e.V.Reich legte dieses Programm auch der Weltliga für Sexualreform vor, doch es war zu politisch, um angenommen werden zu können. Reich erkannte, dass vieles, wofür er kämpfte, mit dem Kapitalismus unvereinbar war. Dass die Weltliga für Sexualreform kurz darauf auseinanderfiel, weil sich die zwei führenden Figuren nicht über die sexualpolitischen Fragen einigen konnten, war wenig Trost für Reich. Als bald darauf im Zuge zunehmender Bürokratisierung in Sowjetrussland viele der sexualpolitisch progressiven Gesetze widerrufen wurden, musste Reich einsehen, dass seine Sexualpolitik auch mit Staatskapitalismus unvereinbar war.

Arbeiterbewegung und militaristisches Partei-Denken fraktioniert die Linke

In der Arbeiterbewegung lagen die Arbeiterchöre, Fahrradzirkel und Sportgruppen als politische Zirkel mit Diskussions- und Lese-Kreisen und mit familiären Pfingst-Ausflügen in der Tradition, die Sozialisten-Gesetze zu unterlaufen, die jede politische Betätigung unterdrücken sollten, a die Streiks in der Rüstungsindustrie bereiteten die Revolution während des Krieges vor.

ein paar frühere Varianten mit verschiedenen Schwerpunkten auf www.fairmuenchen.de/wandervogel

Meine nächsten Interessen in der Revolutionswerkstatt

Das bayrische bedingungslose Grundeinkommen der Wittelsbacher auf den gesamten Bevölkerungs-Adel ausdehnen: Dann sind wir alle König!

Arbeitsgruppe zu einem Volksbegehren

Kirchenbesitz der Gemeinschaft des Freistaates zurückgeben und die Schandtaten der Hexenverbrennung mit der Einziehung der Vermögen zu Gunsten der Kirche wieder gut machen!

Die Machenschaften der Thule-Gesellschaft aus demHotel VierJahreszeiten

Wandervogel-Bewegung war Grundlage für befreiende Pädagogik

Robert Jungk: Von der jüdischen Jugendbewegung zur Atomstaat-Kritik

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