Hoffnung auf Gerechtigkeit

mit Michael Sengwe Kamunda, Musiker und Sozialarbeiter, Harare, Zimbabwe (s.u.) Samstag, 20.12.2008

Hoffnung auf Gerechtigkeit

Das Wort Gerechtigkeit ist von keiner Partei gepachtet – auch nicht von den Kirchen. Es sollte eigentlich ein universales Ziel sein. Warum aber haben wir inzwischen so ein unangenehmes Gefühl, als ginge es um einen altmodischen, einen untergegangen Wert? Es gibt nicht »die« Gerechtigkeit. Aber es gibt ungerechte soziale Verhältnisse, ungerechte Verhaltensweisen und politische Verhältnisse, die auf Ungerechtigkeit aufbauen. 

Verändern wir doch die Verhältnisse, verbessern wir unser Verhalten, sagen die Utopisten. Warme Wortumschläge sind das, sagen die Realisten. Wo aber liegt die Mitte, wo ist der gangbare Weg, damit Gerechtigkeit tatsächlich stattfinden kann?

Es diskutieren:
Martina Hirsteiner, Pastorin aus Trudering Prof. Dr. Hans-Peter Dürr, Physiker und Alternative Nobelpreisträger
Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin, Philosoph, LMU München Michael Sengwe Kamunda, Musiker und Sozialarbeiter, Harare, Zimbabwe
Prof. Dr. Dieter Sauer, Institut für sozialwissenschaftliche Forschung, München
Oliver Moldenhauer, Ärzte ohne Grenzen
Moderation: Annette Riedel, Deutschlandradio Kultur

Michael Sengwe Kamunda hat das Musik-Schul-Projekt Pamuzinda Harare aufgebaut,
das seit Jahren von Pamuzinda München und nun auch von youventus international

unterstützt wird.

Eine Menge von Kindern im Stadtteil und in einem Waisenhaus erhalten Musikunterricht
und werden „nebenbei“ zum Schulunterricht motiviert und ausgestattet.

Im Moment geht es dabei natürlich auch um das blanke Überleben, auch der Familien,
aber nach der Krise soll wieder ein eigenständiges Ausbauen möglich sein:

Räume für die Instrumente in einem kleinen Kulturzentrum, die Möglichkeit der Ernährung
und des Unterrichts, die Vorbereitung von Auftritten und Konzerten, wenn der Tourismus wieder ….

… bis dahin stehen Tabletten gegen Cholera und die alltägliche Überlebensration für die Kinder
und ihre Familien im Vordergrund. Über ein Zimbabwe-Netzwerk werden unsere Euros direkt in Ware vor Ort verwandelt,
und bekommen so mehr als den örtlichen Milliardenwert.