Wie ist wohl der Name dieses “Vaterlandes“?

> DAS VATERLAND
>
> So wie das Einhorn vor den Geistern allen
> Hervorsticht durch Empfindsamkeit und Wissen,
> Wie der Demant vor minderen Kristallen,
> Der Kaviar vor sonstigen Leckerbissen,
> So wie der Panther vor den Waldnaturen
> Und Greta Garbo vor den andern Huren,
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> So stach einmal mein liebes Vaterland
> Unter den Reichen dieser Welt hervor.
> Das Land, wo keiner darbte, keiner fror.
> Das Land, wo jeder Dach und Arbeit fand.
> Wie lob ich es? Wie enden, wie beginnen?
> Ich sage, es war ganz und gar bei Sinnen.
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> Wer reifen wollte, war befugt zu hoffen.
> Die Seelen nahmen Form an und die Leiber.
> Dem Ärmsten stand die höchste Stelle offen.
> Was Männer durften, durften auch die Weiber.
> Und weder Aberglauben, weder Schulden
> Fand sich sein stolzes Herz bereit zu dulden.
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> Und keine Krankheit, wenn sie heilbar war,
> Blieb von der Kunst der Ärzte ungeheilt.
> Und kein Verdruß, sofern er teilbar war,
> Ward redlich nicht von Fürst und Volk geteilt.
> Kein Eigentümer konnte uns befehlen,
> Zu seinem Vorteil selbst uns zu bestehlen.
>
> Wie aufgeklärt hier alles. Wie durchheitert.
> Wie voller Frische, voller Ahnungen.
> Ins Morgen ward die Gegenwart erweitert
> Des Vaterlands durch seine Planungen.
> Es ist ein Hochgenuß, von ihm zu sprechen.
> Es war ein Staat und scheute das Verbrechen.

Danke, gerd!

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