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Die da – als Priester täglich – zu Beginn jeder Messe ihre Schuld und Sünde bekennen, haben ein schwieriges Verhältnis zu wirklichem Schuldeingeständnis und zur Verantwortung, die ihre alt gewordene Institution trägt.

Da sind nicht nur die mißbrauchtern Kinder und Jugendlichen, da sind auch Tausende von mißhandelten und psychisch verdorbenen Kindern und Jugendlichen in klösterlichen Heimen, die jetzt gegen die Kirchen klagen, in der Öffentlichkeit noch wenig wahrgenommen.

In Kanada durfte ich einen Prozeß miterleben, den ein Theaterkollege dort begleitet hatte: Inuit-Kinder und Jugendliche wurden über etwa 120 Jahre aus ihren verstreuten Lebensräumen „eingesammelt“, zum Teil mit Süßigkeiten iun Hubschrauber gelockt, und in christliche Internate gebracht, um Schulen in den Gebieten einzusparen.

In den Internaten wurde ihnen „christliches Englisch“ beigebracht und sie wurden bestraft und mit Nadeln in die „böse Zunge“ gestochen, wenn sie ihre Inuit-Sprachen benutzten. Der sexuelle Mißbrauch in den Internaten setzte sich später in den Familien fort: Sie mißbrauchten sehr oft ihre Kinder.

Eine Gruppe, die dazu arbeitete, machte dies mit Forum-Theater-Szenen öffentlich und gestaltete einen entsprechenden Prozeß in der Gemeindehalle, in dem aus dem gemeinschaftlichen Bekenntnis eine Heilung wurde.

Das, was die Kirchen in ihren Schuldbekenntnissen eigentlich versprechen würden …