Die Beharrlichkeit des Systems oder besser der Systeme scheint bisher größer, als die Kräfte der Veränderung. Die Ideologie des Kapitalismus lässt so wenig Veränderungs-Ideen zu, dass eine kommunistische Partei Chinas dagegen sehr beweglich wirkt: Wer sieht die Herausforderungen gemeinschaftlich?


Unsichtbares Komitee: Der kommende Aufstand

Unter dem Eindruck der aktuellen Ereignisse in Frankreich, wo die Bewegung der Gelbwesten die soziale, aber auch die politische Machtfrage stellt, und sich nun die ersten Gewerkschaften mit den Gilets Jaunes solidarisch zeigen, veröffentlicht Neue Debatte einen Auszug aus dem Essay Der kommende Aufstand – sicher keine gelungene Analyse des Kapitalismus, aber eine Vorwegnahme der Geschehnisse und vielleicht des Laufs der Dinge.

Das politische Essay „L‘insurrection qui vient“ (Der kommende Aufstand) erschien 2007. Verfasst wurde die Schrift, die zum Beispiel in der Wochenzeitung Die Zeit als linksradikales Manifest bezeichnet wurde, von einem anonymen Autorenkollektiv französischer Intellektueller. Sie nennen sich Comité invisible (Unsichtbares Komitee). Im Frühjahr 2010 wurde das Werk ins Deutsche übersetzt. Der kommende Aufstand fand vor allem über das Internet Verbreitung.

Inhaltlich nimmt das Unsichtbare Komitee Bezug auf Demonstrationen und Aufstände in den Monaten und Jahren vor Veröffentlichung des Essays. Die Unruhen, wie beispielsweise 2005 in den französischen Vorstädten, und Revolten, werden als Symptome des Zerfalls der westlichen Demokratien gedeutet.

Unverblümt wird dargelegt, warum ein organisierter Widerstand, der letztlich zum Aufstand wird, notwendig ist, um die kritisierten gesellschaftlichen Verhältnisse zu ändern. Als alternatives Modell zur bestehenden Ordnung wird eine dezentral organisierte und kooperative Gesellschaft beschrieben, die aus föderierten Kommunen und selbstverwalteten lokalen Organisationsformen besteht.

Dort weiterlesen: neue-debatte.com/2019/02/19/unsichtbares-komitee-der-kommende-aufstand/ mit Textauszug


Die internationalen Schülerstreiks wurden erst nicht ernst genommen, dann verächtlich gemacht und bekämpft, nun von Politiker*innen umarmt, um ihnen die Luft abzudrücken.

Als sich dann die Scientist for Future und allerlei Gruppen der Unterstützung anschlossen, wuchs eine europäische Bewegung, die unsere nächsten Wahlen durchaus beeinflussen kann: First #FridaysForFuture, then #ParentsForFuture and #ScientistsForFuture. Next step #WorkersForFuture? Hope so.

#educatorsforfuture #weltretten #savetheworld #fridaysforfuture #scientistsforfuture #parentsforfuture #workersforfuture #endegelände #climatejustice #stopfossilfuels #hambibleibt #stopkohle #fckrwehttps://www.instagram.com/p/BwQR4Fgh4kE/?utm_source=ig_twitter_share&igshid=pl2i1wt2uy1y …

Bisher reagierten viele Jugendliche mit Depressionen

„Grau ist keine Farbe“ heißt der neue Film, den junge Filmemacher gerade drehen. Er behandelt ein ebenso sensibles Thema wie ihr letzter Film, der Preise einheimste. merkur.de/lokales/muenchen-lk/unterhaching-ort29619/unterhaching-schueler-drehen-film-ueber-depression-grau-ist-keine-farbe-9929338.html

Unterhaching/Taufkirchen – Ein junges Mädchen, etwa 16 Jahre, braune, schulterlange Haare, sitzt mit ernstem Blick an einem Holztisch im Freien. Biergarten-Kulisse im Taufkirchner Wirtshaus Zinners. Es ist tiefe Nacht, sie ist allein. Auf dem Tisch stehen ein Weinglas, eine Flasche Rotwein, ein Aschenbecher, daneben liegen Zigaretten. „Veni, vedi, vici“, sagt eine Männerstimme. „Ich kam, sah und siegte. Das ist einfach.“

merkur.de/lokales/muenchen-lk/unterhaching-ort29619/unterhaching-schueler-drehen-film-ueber-depression-grau-ist-keine-farbe-9929338.html

Neue Reaktionsformen: Aktion!

Um aus der angestrengten Depression in eine neue Aktion zu kommen, braucht es eine anregende Einladung, die auf keinen Fall sofort wieder überlasten darf:

Kritisches Denken könnte ein Übergang sein

Kritisches Denken ist in der Zeit des Kalten Krieges im Westen abgelehnt worden, als der Postfaschismus ab 1950 das Wirtschaftswunder gegen die sozialistischen Ideen im Osten hochlobte. Die Frankfurter Schule und kritische Philosophie insgesamt wurden als marxistisch abgetan, Heideggers Sprachduktus siegte.

Kritisches Denken lebt in anderen Ländern:

Paulo Freire mit der Pädagogik der Unterdrückten und der Pädagogik der Hoffnung, Augusto Boal mit dem Theater der Unterdrückten und dem Forumtheater, die Befreiungstheologie mit Personen wie Oscar Romero und Leonardo Boff, sie haben eine gemeinsame Basis, die sich mit Habermas, Brecht und Jean Ziegler trifft: Unrecht benennen und bekämpfen.

Das Problem utopischer Theoriebildung

Mit der Forderung nach vernünftiger Utopie im Sinne einer begrifflichen Aufhebung des Kapitalismus gehen wir ein nach der Niederlage des Realsozialismus errichtetes Tabu linker Theoriebildung an: Über eine mögliche zukünftige Gesellschaft kann und darf nichts gesagt werden. Es ist das Verbot einer Utopie wie einer diese realisierenden Geschichtsphilosophie, die in Anlehnung an monotheistische Mythologien manchmal auch als „Bilderverbot“ bezeichnet wird. Gemeint ist die Klassenkonfiguration, in der der Klasse der Arbeit die historische Mission zukommt, den vorgegebenen historischen Pfad, der aus der Produktivkraftentwicklung abgeleitet wird, zu beschreiten und die Menschheit zu befreien. grundlegung.de/artikel/verallgemeinerte-handlungsfaehigkeit-und-commonismus/

gemeinschaftlich handlungsfähig werden

Part-Ei ist immer nur ein Teil

Partei ist immer etwas Teilendes, Trennendes

Bewegungen wie die internationalen Sozialforen können Austausch lehren, aber in Täuschland hatten sich die verschiedenen konkurrierenden staatlich geförderten Sozialverbände auf das Thema gesetzt, und von den Medien wurde es als (unaussprechlich) „antikapitalistisch“ eingeordnet.

Zukunftswerkstätten gemeinsamer Utopie

www.zw2019.zwverein.de Geld & Werte – GemeinSinn macht Sinn!

28.04. – 01.05.2019 Frankfurt/Main und Bad Homburg Einladung, den Ablauf und Informationen zur Anmeldung, Was hat wirklich Wert? Welche Rolle spielen Beteiligung und Teilhabe?Wie stiften wir Gemeinsinn? Forum für Austausch und Vertiefung zum Thema, in der Art einer Zukunftswerkstatt nach Robert Jungk in drei Phasen: Kritik – Utopie – Strategie: Wie kann unser loses Netzwerk den neuen Bewegungen eine Unterstützung sein?

22 Jahre nach Paulo Freire, 10 Jahre nach Augusto Boal:

Paulo Freire
Paulo Freire 1921-1997

Viva Boal, Viva Freire

Eine Erinnerung an Leben und Werk des brasilianischen Theatermachers Augusto Boal, der am 2. Mai 2009 verstarb – und ein Blick auf sein Theater der Unterdrückten heute, zehn Jahre nach seinem Tod.

Mit Nora Amin, Fritz Letsch, Bárbara Santos und Henry Thorau.

Veranstaltung in deutscher und englischer Sprache in der Theaterwerkstatt KURINGA http://kuringa.org/ Eintritt frei

Nora Amin hat 2011 das landesweite “Egyptian Project for Theatre of the Oppressed” und das „Arab Network“ dazu mit Verbindungen nach Libanon, Marokko und Sudan aufgebaut. Sie traf Boal 1997 in Brasilien und hat die in diesen Tagen neu aufgelegte arabische Übersetzung seines Buchs „The Rainbow of Desire“ verfasst.

Fritz Letsch hat Augusto Boal in den 80er Jahren kennengelernt und seitdem maßgeblich für die Verbreitung des Theaters der Unterdrückten in Deutschland gesorgt. Zahlreiche Artikel und mehrere Sammelbände über das Theater der Unterdrückten in Deutschland wurden von ihm initiiert und verfasst.

Bárbara Santos arbeitete als Koordinatorin des Zentrums des Theaters der Unterdrückten (CTO-Rio) seit den 90er Jahren eng mit Augusto Boal zusammen. In diesen Tagen erscheint die englische Ausgabe ihres Buches „Theatre of the Oppressed – Roots and Wings. A Theory of Practice“.

Prof. Dr. em. Dipl.-Psych. Henry Thorau hat Augusto Boal im deutschsprachigen Raum bekannt gemacht mit Artikeln und Reportagen in der ZEIT, in Theater heute und der Herausgabe von Boals „Theater der Unterdrückten“ im Suhrkamp Verlag, 1979. Zuletzt erschien im Alexander Verlag, Berlin, Henry Thoraus Buch „Unsichtbares Theater“ (2. Auflage 2018).

Goethe und Boal im Globus Schwandorf

Elf Schülerinnen und Schüler des Johann-Andreas-Schmeller-Gymnasiums Nabburg wagten vergangenen Dienstag eine Performance im Globus Schwandorf. Foto: Maresa Hottner
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