TOM SCHIMMECK in der taz
… Scholz & Friends. Die Schranke steht offen, der Hof ist picobello saniert. Zweihundert Leute schuften hier für die Werbeagentur, die viel mehr macht als gewöhnliche Werbung.

Klaus Dittko, 38, Partner bei Scholz & Friends, bittet ins Dachgeschoss, mit Blick auf die Reichstagskuppel. Der Mann ist Geschäftsführer des Bereichs „Agenda“, betreut Kunden im Bereich „politische Kommunikation“, auch die „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“, eine berühmt gewordene Pressure-Group, die den Krieg der Meinungen mit sehr prominenten Nasen führt, mit Leuten wie Roland Berger und Oliver Bierhoff, Kardinal Lehmann und Paul Kirchhof. „Wir wollen eine bürgerliche APO sein“, hat einer ihrer Macher mal gesagt. Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall zahlt dafür verlässlich.

… Dittko ist ein ganz nüchterner Typ, freundlich, konzentriert. … „Die besondere Kunst“, erklärt er, „besteht darin, Inhalte, die für den Kunden wichtig sind, so aufzubereiten, dass sie auch für die Medien relevant erscheinen und zum Gegenstand der Berichterstattung werden.“

Dass der das einfach so offen sagt. Ich gucke wie Klein Fritzchen. Also kann jeder kommen, der in Deutschland etwas bewirken will, und sagen: Mach, dass das morgen viele denken und tüchtig drüber schreiben? Dittko wirkt amüsiert über so viel Naivität. Er redet von journalistischem Handwerk. Und dass man die Botschaft geschickt an aktuelle Ereignisse kleben muss, um sie verkaufen zu können. „Florida-Rolf“, der Sozialschmarotzer in Bild, sagt er, „hat die öffentliche Wahrnehmung gedreht.“ Und verweist kühl darauf, „dass die rot-grüne Bundesregierung im Jahre 2003 eine Fast-180-Grad-Wende der eigenen Politik gemacht hat, mit der Agenda 2010“. www.taz.de/1/archiv/archiv/?dig=2005/09/17/a0015

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